Zum ersten Mal in Italien!

Persönlicher Reisebericht zu unserem Erasmus+ Praktikum

Am 10.10.2025 begann unsere Reise nach Italien im Rahmen des Erasmus+-Programms. Als erste Gruppe, die dieses Projekt in Italien begleiten durfte, waren wir besonders gespannt auf alles, was uns erwartete. Früh am Freitagmorgen starteten wir in Düsseldorf und landeten wenig später in Mailand. Dort nahmen wir unseren Mietwagen entgegen und machten uns auf den Weg nach Varallo Sesia, einem süßen Bergdorf, wo sich unsere Unterkunft befand. Wir waren für die Zeit in einer Jugendherberge untergebracht. Diese kümmerten sich sehr lieb um uns und versorgten uns morgens als auch abends mit leckerem Essen.

Das erste Wochenende verbrachten wir gemeinsam mit Herrn Fotschki. Unter anderem fuhren wir nach Forte di Bard, um eine historische Burg zu besichtigen. Da diese Region weit im Norden liegt, befanden wir uns mitten in den Bergen - eine beeindruckende Umgebung. Am Sonntag ging es weite nach Turin, wo wir an einer Stadtführung teilnahmen. Dabei erhielten wir spannende Einblicke in die Architektur und die Geschichte Italiens. Gleichzeitig bekamen wir viele neue kulturelle Eindrücke kennen. Unsere erste Arbeitswoche startete mit dem Besuch eines Galvanikunternehmens. Zunächst wurden wir durch einen kleineren Betriebsteil geführt, in dem wir grundlegende Verfahren wie das Verzinken und Verchromen von Metallen kennenlernen durften. Am Nachmittag folgte der Besuch eines größeren Unternehmens, das uns einen Eindruck von der großindustriellen Produktion vermittelte. Am nächsten Tag stand ein botanischer Garten auf dem Programm. Dort sammelten wir verschiedene Kräuter, die wir später in der Schule extrahierten. Zudem erhielten wir eine Einführung in die DNA-Extraktion, ein Thema, das uns im weiteren Verlauf des Projekts erneut begegnen würde.

In den darauffolgenden drei Tagen arbeiteten wir in Zweiergruppen in unterschiedlichen Unternehmen. Inga und Lea verbrachten ihre Zeit in der »Francoli Distillerie«. Dort führten sie verschiedene Analysen an Wein und Spirituosen durch. Am zweiten Tag halfen sie Herrn Francoli dabei, die Destillerie wieder in Betrieb zu nehmen, nachdem ein verstopfter Filter den Betrieb lahmgelegt hatte. Am letzten Tag führte er sie zusätzlich durch eine weitere Betriebsstätte. Währenddessen arbeiteten Claudia und Jan im mikrobiologischen Labor von »Aqua Novara VCO SPA«. Direkt am Lago Maggiore analysierten sie Wasserproben und untersuchten diese auf verschiedene Bakterien. Am darauffolgenden Wochenende widmeten wir uns zunächst der Großstadt Mailand. Am Samstag tauchten wir in das lebhafte Stadtgeschehen ein und erkundeten zahlreiche Orte. Der Sonntag bildete dazu einen starken Kontrast: Wir besuchten ein »Kuh-Festival«, zu dem viele Menschen aus den umliegenden Dörfern kamen. Neben zahlreichen Ständen wurde dort auch die »schönste Kuh« gekürt. Dieses Wochenende zeigte uns eindrücklich, wie vielseitig die italienische Kultur sein kann.

Die zweite Woche begann mit einer Führung bei der Luxusmodemarke »Loro Piana«. Dort erhielten wir einen umfassenden Einblick in die Produktionsprozesse und die Qualitätssicherung. Ein anschließender Vortrag erläuterte die chemischen Abläufe, die in jedem einzelnen Arbeitsschritt eine Rolle spielen. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, eigene Vorschläge zur Verbesserung der Nachhaltigkeit einzubringen. Am nächsten Tag besuchten wir das Essigunternehmen »Ponti«, eines der größten seiner Art in Italien. Auch hier wurden wir durch die Anlagen geführt und durften eigenständig Analysen durchführen. Die folgenden zwei Tage verbrachten wir in der Schule »Alberghiero Varallo«, wo wir das Herstellen von Eis und Brot erlernten. Dabei standen erneut die zugrunde liegenden chemischen Prozesse im Mittelpunkt. Am letzten Arbeitstag bereiteten wir in der Schule unsere Pflanzen- und Fleisch-DNA-Proben weiter vor. Dabei waren viele präzise Schritte notwendig, die wir sorgfältig umsetzten. Am Ende des Tages waren alle Proben so weit vorbereitet, dass in der kommenden Woche nur noch wenige Schritte bis zur Auswertung fehlten.

Unser letztes Wochenende verbrachten wir zunächst am Lago Maggiore, wo wir die Aussicht und die Atmosphäre noch einmal in vollen Zügen genossen. Am Sonntag ging es weiter nach Alagna im Norden, wo wir die Berglandschaft nochmals aus nächster Nähe erleben konnten. In der abschließenden Woche arbeiteten wir erneut in den Unternehmen, diesmal jedoch in vertauschter Besetzung. So waren Inga und Lea nun bei »Aqua Novara VCO SPA«, während Claudia und Jan in der »Francoli Distillerie« tätig waren. Beide Gruppen konnten ähnliche Erfahrungen sammeln und vergleichbare Aufgaben übernehmen. Am vorletzten Tag kehrten wir in die Schule zurück, um unsere DNA-Proben weiter zu extrahieren und auszuwerten. Den letzten Tag nutzten wir für einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Novara, wo wir den Abschluss unserer Reise gemeinsam verbrachten. Am 01.11.2025 machten wir uns schließlich nachts auf den Weg zum Flughafen, und um 8:30 Uhr startete unser Rückflug nach Deutschland. 

Aus dem gesamten Projekt haben wir enorm viel mitgenommen. Unsere Sprachkenntnisse, unser kulturelles Verständnis und unsere analytischen Fähigkeiten haben sich spürbar weiterentwickelt und uns bereichert.

Text und Bilder: I. Beimdick, C. Babilon und L. Küsel