Gemeinsam Barrieren abbauen und die mentale Gesundheit stärken – Unter diesem wegweisenden Motto stand das Projekt »Verrückt? Na und!«, das am Fritz-Henßler-Berufskolleg im Bildungsgang der Gestaltungstechnischen Assistentinnen und Assistenten erfolgreich realisiert wurde. Die Schülerinnen und Schüler setzten gemeinsam mit ihrer Klassenleitung und der Schulsozialarbeit mit dem Präventionsprojekt »Verrückt? Na und!« ein starkes Zeichen für die Förderung der psychischen Gesundheit.
Im Zentrum des Projektes stand eine enge und interdisziplinäre Kooperation zwischen der engagierten Klassenleitung und der Schulsozialarbeit. Diese interne Zusammenarbeit bildete eine Grundlage, um die Schüler/-innen im Schulalltag emotional zu unterstützen und in unterschiedlichen Lebensbereichen pädagogisch zu begleiten. Fachlich getragen wurde die Initiative durch die Kooperation mit dem örtlichen Gesundheitsamt und einem eigens zusammengestellten Expertenteam. Diese externen Fachkräfte brachten fundiertes gesundheitswissenschaftliches, psychologisches und fachliches Erfahrungswissen direkt in die thematische Methodenarbeit ein.
Besonders bewegend war der Austausch mit einer Fachexpertin in eigener Sache, die offen aus ihrer eigenen Lebensgeschichte berichtete. Diese persönlichen Einblicke berührten die Schüler/-innen tief und machten Mut über eigene Lebenserfahrungen zu sprechen.
Die Klasse nutzte ihre kreativen Kompetenzen, um sich dem anspruchsvollen Thema sensibel und reflektiert zu nähern. Gemeinsam wurden Vorurteile abgebaut, Hilfsangebote aufgezeigt und das Bewusstsein für seelisches Wohlbefinden im Schulalltag und darüber hinaus geschärft. Gleichzeitig lernten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wichtige Hilfsangebote und psychosoziale Anlaufstellen im regionalen Netzwerk kennen und wo sie bei Ängsten, Depressionen, riskantem Suchtmittelkonsum oder anderen psychischen Belastungen Unterstützung finden können. Das Projekt leistete somit einen unschätzbaren Beitrag zur Enttabuisierung von seelischen Belastungen im Jugendalter. Alle Beteiligten zogen ein durchweg positives Fazit und betonten die Relevanz präventiver Arbeit im Schulsystem.
Einen solchen Projekttag mit hohem präventivem Anspruch für alle neuen Klassen im Bildungsgang der Gestalltungstechnischen Assistentinnen und Assistenten einzuführen, ist eine sinnvolle und wichtige Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit.
Ein inspirierender Tag, der zeigt: Niemand ist mit seinen psychischen und mentalen Themen allein.
Text: M. Opgen-Rhein
Foto: V. Linker
