Am Sonntag, den 22.03.2026, ging es für uns los in die kleine, aber wunderschöne Stadt Saintes. Diese liegt etwa eine Stunde von der Atlantikküste entfernt, nördlich von Bordeaux. Die Region ist besonders bekannt für ihren Cognac – ein Begriff, der vielen geläufig sein dürfte.
Nach einem Erkundungstag durch die Stadt, die direkt am Fluss Charente liegt und mit einem kleinen, aber sehenswerten Arc de Triomphe, einem Kolosseum sowie typisch französischem Flair begeistert, starteten wir am Montag an der BTP CFA Charente-Maritime. Dabei handelt es sich um das Ausbildungszentrum für das Bauhandwerk in der Region. Dort sollten wir für die nächsten fünf Tage gemeinsam mit französischen Zimmerern in Ausbildung an einem Projekt arbeiten: einem großen Holzüberstand mit verschiedensten und teils sehr speziellen Holzverbindungen. Besonders interessant war es, nach den bekannten Modellbauten endlich einmal im Maßstab 1:1 zu arbeiten. Auf großen Platten am Boden anzureißen und mit den daraus entstehenden Herausforderungen umzugehen, war eine ganz neue Erfahrung. Zusätzlich erhielten wir eine Vorstellung der Firma DeWalt sowie ein Interview mit dem französischen Ableger – glücklicherweise auf Englisch.
In der BTP CFA Charente-Maritime konnten auch Teilnehmer von weiter her übernachten – so natürlich auch wir. Wir wurden von allen unglaublich herzlich empfangen und waren überwältigt von der Freundlichkeit, Gastfreundschaft und der Freude über unsere Anwesenheit. Dabei möchten wir wirklich niemanden ausschließen: Von unseren Ansprechpartnern vor Ort über die Lehrkräfte bis hin zu den Mitarbeitenden in der Küche – alle waren einfach großartig. Besonders hervorheben möchten wir jedoch unseren Zimmerer-Lehrer Monsieur Pignon, der wirklich alles dafür getan hat, dass es uns gut geht, und trotz Sprachbarrieren stets sein Bestes gegeben hat.
An das reichhaltige Mittagessen mussten wir uns zunächst gewöhnen – mittlerweile vermissen wir es jedoch manchmal sogar!
Am Donnerstag unternahmen wir mit zwei Lehrern einen Ausflug in die Stadt Cognac, inklusive Stadtbesichtigung und natürlich auch einer Führung durch eine Cognac-Manufaktur. Das war wirklich sehr interessant.
Unsere zweite Woche begann dann am Samstag im kleinen, aber feinen Ort Salignac-sur-Charente bei der Firma EURL Piergentili – das nächste Abenteuer konnte beginnen. Bereits am ersten Tag fuhren wir mit der Familie des Chefs an die Atlantikküste und gingen anschließend gemeinsam essen. Diese geselligen Abende setzten sich in den folgenden Tagen fort: Es wurde viel gesprochen, diskutiert und gelacht. Auch hier war es von großem Vorteil, dass Englischkenntnisse vorhanden waren. Wir wurden erneut unglaublich herzlich aufgenommen und haben uns sehr wohlgefühlt.
In den folgenden fünf Arbeitstagen bauten wir gemeinsam ein Carport. Dieses Projekt war sehr vielseitig: Vom Aufbau der Konstruktion über das Einlatten bis hin zum Eindecken und den Abschlussarbeiten konnten wir alle Schritte miterleben und selbst ausführen. Die Menschen vor Ort verfügen über beeindruckendes Wissen und viel Erfahrung, was uns sehr imponiert hat. Gleichzeitig unterscheiden sich ihre Arbeitsweisen in einigen Punkten von den deutschen Techniken, was für uns besonders spannend war.
Nach zwei wunderschönen und intensiven Wochen ging unsere Zeit schließlich viel zu schnell vorbei.
Was bleibt? Die Erinnerungen an die vielen tollen Menschen, die wir kennenlernen durften, unsere sprachliche Weiterentwicklung sowie die zahlreichen neuen Eindrücke – sowohl im Bereich der französischen Zimmerer-Arbeitswelt als auch im Alltag.
Wir hoffen sehr, einige dieser Menschen bald wiederzusehen. Merci beaucoup et au revoir!
Text und Fotos: J. Löchel, K. Willms






