Im Rahmen von Erasmus+ reisten 13 Kolleginnen und Kollegen der Bauabteilung des Fritz-Henßler-Berufskollegs Ende Mai zum Jobshadowing nach Dublin. Im Mittelpunkt standen Einblicke in die berufliche Bildung in Irland, Beispiele für nachhaltiges Bauen sowie architektonische Eindrücke der Stadt.
Nach der Ankunft am Flughafen Dublin bot ein Spaziergang durch das Stadtzentrum die Gelegenheit, zentrale Orte der Stadt kennenzulernen. Dazu gehörten unter anderem das Trinity College und Grafton Street. Diese erste Begegnung mit der irischen Hauptstadt bildete einen gelungenen Auftakt für die kommenden fachlichen Programmpunkte.
Der erste Tag des Jobshadowings stand im Zeichen der Architektur und Stadtentwicklung. Eine architektonische Stadtführung führte durch verschiedene Teile Dublins, einschließlich der Docklands. Gerade dieser Bereich veranschaulicht den städtebaulichen Wandel Dublins besonders deutlich, da dort moderne Gebäude, neue Nutzungen und großmaßstäbliche Entwicklungsprojekte das Stadtbild prägen. Die Erkundung endete am Merrion Square und bot damit zugleich einen Eindruck von der historischen Seite der Stadt. Durch die Gegenüberstellung gregorianischer Bausubstanz und zeitgenössischer Stadtentwicklung wurde sichtbar, wie stark Dublin von architektonischen Kontrasten geprägt ist. Im weiteren Verlauf des Tages ging die Fahrt nach Howth. Diese Exkursion ergänzte das städtische Architekturthema um landschaftliche und historische Perspektiven.
Am Dienstag ging es zur TU Dublin am Standort Bolton Street. Im Mittelpunkt stand eine sehr informative Präsentation der Projektpartner der TU Dublin zum irischen Bildungssystem und zur Organisation der Berufsausbildung, an die sich ein intensiver Austausch über die Erfahrungen im Bereich der beruflichen Ausbildung und Ausbildungsvorbereitung anschloss. Zusätzlich konnten die Werkstätten der TU Dublin besichtigt und Einblicke in die praktische Ausbildung, unter anderem im Holz- und Maurerbereich, gewonnen werden. Ergänzend wurde das Programm »Access to Apprenticeship« vorgestellt, das jungen Menschen aus benachteiligten Gruppen den Übergang in eine Berufsausbildung erleichtern soll. Das gemeinsame Abendessen fand im Restaurant einer umgebauten Kirche statt. Auch dieser Ort verband in besonderer Weise historische Bausubstanz mit neuer Nutzung und passte damit gut zu den architektonischen und bildungsbezogenen Themen der Reise.
Ein weiterer Schwerpunkt war am dritten Tag das nachhaltige Bauen und Modernisieren. In diesem Zusammenhang kam es zu einem Treffen mit Dr. Aidan Kenny, Head of Apprenticeship der TU Dublin. Der Austausch mit ihm verdeutlichte die Rolle der Hochschule bei der Entwicklung zukunftsorientierter Qualifizierungsangebote in der beruflichen Bildung. Gemeinsam mit den Gastgebern fand ein Besuch des Grangegorman Campus statt. Das von O'Donnell + Tuomey entworfene Gebäude verbindet auf 12000 Quadratmetern einen historischen Bau des 19. Jahrhunderts mit einem modernen Lern- und Bibliotheksgebäude. Diese gelungene architektonische Verbindung von Alt und Neu macht das Gebäude zu einem besonders anschaulichen Beispiel für zeitgemäße Architektur und nachhaltige Campusentwicklung.
Das Jobshadowing machte deutlich, dass Erasmus+ nicht nur internationale Begegnungen ermöglicht, sondern auch einen fachlichen Mehrwert für die Schul- und Unterrichtsentwicklung schaffen kann. Besonders gewinnbringend waren die Einblicke in das irische Apprenticeship-System sowie die Diskussionen über Zugänge zur beruflichen Bildung für unterschiedliche Zielgruppen und die damit verbundenen Herausforderungen für die unterrichtenden Lehrkräfte. Ebenso spannend war die Verbindung von Architektur, Stadtentwicklung und nachhaltigem Bauen.
Wir bedanken uns sehr bei unseren Projektpartnern für die aufschlussreichen Einblicke und die großartige Betreuung. Der Austausch zeigte viele Ansätze für zukünftige gemeinsame Projekte auf, auf die wir uns sehr freuen.
See you soon – Slán go fóill!
Text: K. Brause
Fotos: K. Brause; E. Weisbecker




