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Gestalter geben Gerüstbauern frisches Outfit

Im September 2011 erhielten die Gestaltungstechnischen Assistenten der Jahrgangs-stufe 12 von der Bundesinnung Gerüstbau und der Handwerkskammer Dortmund den Auftrag, den Beruf des Gerüstbauers für Jugendliche... Mehr erfahren


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Lesetag im FHBK

Jede Menge Romane

Zum sechsten Mal fand drei Tage vor Heiligabend der Lesetag der AFO statt. Eingerahmt vom Weihnachtsbasar, auf dem köstliches selbstgebackenes Gebäck feilgeboten wurde, und einem Bücherverkauf aus den Beständen der Krimibibliothek des Fördervereins, wechselten sich zehn Kolleginnen und Kollegen als Vorleser ab. 

Das Team Auras-Reiffen/Leidler stellte Nick Hornbys neuen Roman "Slam" vor, der vom ersten Sex (mit 15) und einer ungewollten Schwangerschaft erzählt, von Fluchtversuchen aus dieser Realität und dem plötzlichen Erwachsenwerden, wenns dann wirklich so weit ist. Dass sich Bücher also tatsächlich mit Jugendthemen befassen, mit den Ängsten dieser Lebensphase und dem ganzen Chaos, und dazu noch witzig, hätte man gar nicht gedacht. "Eigentlich ein guter Stoff für Englisch", war zu hören.

In den Schwaden einiger Räucherstäbchen und den Klängen von Pink Floyd versuchte das Team Kötter/Bommert einen klaren Kopf zu behalten und einen Eindruck von Martin Suters Roman "Die dunkle Seite des Mondes" zu vermitteln. Beunruhigend: Ein Anwalt erlebt nach einem Pilztrip eine Persönlichkeitsveränderung, vor der es ihm und seinen Mitmenschen zu gruseln beginnt. Aber der Weg zurück zu dem besonnen Mann, der er einmal war, ist blutig und teuer... so kanns eben gehen, wenn man einen unbekannten Pilz zerkaut, der zumal keinen kulinarischen Genuss geboten hat. 

Das Team Müller/Damm trug die skurilen Känguruh-Chroniken des Marc-Uwe Kling vor und überzeugte durch authentische Körpersprache.. Der Autor, der sich mit dem Bonmot "Wenn alle Stricke reißen, kann man sich nicht aufhängen" in der Poetry-Slam-Szene einen Namen gemacht hat, erzählt von seinen WG-Erfahrungen  mit einem vorlauten Beuteltier und taucht dabei in die tieferen Gewässer des Unernstes. 

Heiter ging es  auch bei dem launigen Duo Hoffmann/Stuible zu, die Vince Eberts kluge Ausführungen referierten über typischen Irrationalismen im menschlichen Denken, der also beispielsweise untersucht, wie unterschiedlich sich Lottospieler und Kettenraucher über die statistische Chance auslassen, dass es sie treffen könnte.Ach, könnte doch auch der Mathematik-Unterricht so lustiges Kabarett bieten. 

Den Namen "Einstein" verbinden die thrillererfahrenen Pfeil/Vorspohl nicht mehr nur mit den gelehrten Ausführungen des Wissenschaftlers über Quantenphysik, sondern auch mit finsteren Vorgängen zur Zeit der faschistischen Machtergreifung in Deutschland. Während sie ihre Zuhörer immer tiefer in die Geheimnisse um die Herkunft und Verletzungen einer jungen Frau verstrickten, die sich an gar nichts mehr erinnern kann, vermittelten sie zugleich eine dunkle Ahnung von den Abgründen psychiatrischer Anstalten während der Naziherrschaft. 

In der anschließenden Auswertung war man sich allerdings einig, dass der auf fünf Veranstaltungen geschrumpfte Lesetag in dieser Form nicht nur positiv zu bewerten ist. Es scheint dringend erforderlich, daraus einen richtigen Projekttag zu machen, in den wenn nicht alle, so doch viel mehr Kolleginnen eingebunden werden sollten. Die Unruhe, die bei z.T. 35 Zuhörern unvermeidlich aufkommt, ist nicht vereinbar mit einem kontemplativ entspannten Eintauchen in literarische Welten. Vor einem 7. Lesetag wird das Konzept zu überarbeiten sein.

Christian Bommert



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