Lesetag der Fachoberschule im Dezember
Der Projekttag "Lesen" in der Abteilung Fachoberschule gelang diesmal stimmungsvoll und wieder in größerer Besetzung als in den Jahren zuvor. Die Schüler hatten dabei auch Gelegenheit, sich kreativ auszutoben und waren nicht zum 90-minütigen Zuhören verdammt - ein Angebot, das sie dankbar annahmen. Im Licht flackernder Kerzen entfalteten Ulrike Pfeil und Markus Vorspohl märchenhaften Grusel; das Dunkel wurde zudem nur durch gelb-rotes Scheinwerferlicht durchdrungen, was der Sehkraft der beiden Vorlesenden ein überragendes Zeugnis ausstellt.

In die raue, gewalttätige Welt der Exilrussen entführten Nicole Kötter und Christian Bommert ihre Zuhörer, aber es gab auch süße Kondensmilch und russische Süßigkeiten zu kosten. Mit dem Thema jahrzehntelanger Liebe lockten Andrea Auras-Reiffen und Dagmar Leidler die romantischen Seelen in französische Gestade und vor allem nach Paris; Rüdiger Stuible, Susanne Ziegler und Julia Ahlmann hingegen waren angetreten, Illusionen über den "guten Staat" zu zertrümmern und gaben einen Einblick in die mörderischen Praktiken der Geheimdienste. Neu im Team der Vorleser verlangten Kathrin Palm und Martin Lucan ihren Zuhörern einiges ab. Sie intonierten - passend zum jetzt anstehenden 200. Geburtstag von Charles Dickens - seine "Weihnachtsgeschichte" zu Teilen auch im englischen Originalton, was die Motivation, sich auf den letzten Metern vor der Fachabiturprüfung noch mal so richtig ins Zeug zu legen, beträchtlich gesteigert haben dürfte. Eine Etage tiefer gaben Angelika Termühlen und Frank Damm Kostproben aus der satirischen Praxis des David Sedaris und erhielten ein Feedback im Ton eben jener shakespearschen Sprache, in der der Autor sich an seine theaterinfizierten Jahre auf der Schülerbühne erinnert. Da klage noch einer über mangelhafte Lernfähigkeit unserer Klientel. Im Flur der dritten Etage kümmerten sich Miriam Bischoff und Markus Opgen-Rhein darum, dass die Schüler vor den bevorstehenden Weihnachtsferien auch mit ausreichend Lesestoff versorgt sein würden und steigerten zudem die Einnahmen des Fördervereins beträchtlich.
Den besten Überblick über die verschiedenen Schauplätze verschaffte sich wieder einmal Annette Zielinsky, die eine detailreiche Diaschau zusammenstellte, die man noch einmal auf sich wirken lassen kann.
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