Kopfballtor und Seitfallzieher - Spannende Spiele um den AFO-Cup 2012
48 Tore und durchweg faire Spiele, aber auch Kaffee und Kuchen sowie schmackhafte Brötchen bekamen die johlenden Zuschauer auf der Tribüne der oberen Brügmannhalle beim diesjährigen AFO-Cup geboten. Der Duft frischer Waffeln waberte durch ihre Reihen. Was für ein schöner Tag, so müsste Schule immer sein. Die Lehrer im Hintergrund, die Mitschüler auf der Bühne. Und da ging die Post ab: Angriffs-Fußball mit offenem Visier, technische Kabinettstückchen am laufenden Band, Demonstrationen jugendlicher Leichtfüßigkeit, fast vier Stunden lang.

Am Ende triumphierte die 11 BT etwas glücklich im Finale gegen die 12 FT 1: ein Freistoß aus großer Distanz landete in den Maschen und manch einer fragte sich, ob er nicht entgegen der Regel direkt verwandelt worden sei. Oder hatte doch noch einer den Ball berührt? Als im weiteren Verlauf ein Tor des entfesselt aufspielenden Yunus Kül nicht anerkannt werden konnte, weil zuvor abgepfiffen worden war, fühlten sich die hoch motivierten FTler benachteiligt; zwei umstrittene Entscheidungen muss man erst mal verdauen. Aber sie kämpften weiter bis zum Schlusspfiff und kassierten erst, als sie alles nach vorne warfen, das 2:0. Müssen sie enttäuscht sein? Nein, denn es bleiben großartige Szenen von ihnen in Erinnerung, wie etwa der entscheidende Treffer in der Verlängerung des zweiten Halbfinales, als Andrej Ganin aus kurzer Entfernung eine gefühlvolle Flanke des unermüdlichen Can Danis in den Torwinkel köpfte - vielleicht das schönste Tor des Tages.

Spektakulär auch der Seitfallzieher von Süleyman Kül (12 FT 2), der das Leder aus 10 Metern an die Latte knallte und damit noch Tage später für Gesprächsstoff auf den Fluren sorgte. Derselbe Spieler überzeugte auch vier mal als Schiedsrichter in den hitzigen Duellen und trug damit zusammen mit den sachverständigen Schiris Jonas und Dennis viel zum fairen Turnierverlauf bei. Zum besten Torhüter wählte die Turnierleitung Marcel Neuenhaus, der sich hinter seiner nicht immer sattelfesten Abwehr wieder und wieder mutig in die Schüsse der heranstürmenden Gegner warf und etliche Torchancen zunichte machte. Auch der andere Vertreter der FOS Gestaltung, die 12 FG 2, trug viel zum Gelingen bei: Im Spiel gegen den späteren Finalisten 12 FT sorgte ein kaltschnäuzig abgeschlossener Konter durch Max Larisch zum zwischenzeitlichen Ausgleich für nackte Angst in den Augen des haushohen Favoriten und für schrille Begeisterung im Lager der Mitschülerinnen.

Mutig wehrten sich Jana, Nicole, Kim und Annika gegen die technisch und dynamisch hoch überlegenen Jungsmannschaften und machten damit Werbung für den olympischen Gedanken. Erfreulich auch die Bereitschaft von Alexander Milke und Ozan Türkylimaz, die dezimiert antretende 11 FT 2 zu verstärken und damit sportliche Solidarität zu üben. Dass die dann allerdings zu ihrem dritten Gruppenspiel gar nicht mehr antrat, war schade und machte deutlich, dass es nicht einfach oder gar selbstverständlich ist, in der Niederlage Größe zu beweisen.

Dass die 11 BT am Ende den (Wander-)Pokal in ihre Klassenvitrine mitnehmen durfte, verdankte sie natürlich nicht etwaigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen. Sie spielten defensiv ein intelligentes Pressing, sodass Torfrau Giuliana selten eingreifen musste und offensiv ein rasantes Kurzpassspiel, das auf Dribblings und Einzelaktionen weitgehend verzichtete: ein Auftritt ganz im Stile des Gelb-Schwarzen Meisters von Jürgen Klopp. Bleibt die Truppe zusammen, dürfte sie auch zukünftig schwer bezwingbar sein.

Die Organisatoren waren schließlich mit den weitgehend sauber aufgeräumten Tribünen sehr zufrieden und versprechen: das Turnier richten wir im nächsten Jahr wieder aus. Vielleicht funktioniert ja dann auch mal die Anzeigentafel und vielleicht regnet es dann auch nicht mehr rein.
Dr. Christian Bommert
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