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Gestalter geben Gerüstbauern frisches Outfit

Im September 2011 erhielten die Gestaltungstechnischen Assistenten der Jahrgangs-stufe 12 von der Bundesinnung Gerüstbau und der Handwerkskammer Dortmund den Auftrag, den Beruf des Gerüstbauers für Jugendliche... Mehr erfahren


Fritz-Henßler-Berufskolleg

Brügmannstr. 25-27a
44135 Dortmund
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Tagung der Prüfungskommission für den Gerüstbau in Berlin

Zur Koordination der Gesellenprüfung im Gerüstbauerhandwerk trafen sich vom 7. bis 8. Oktober Mitglieder der Sozialkasse des Gerüstbaugewerbes, Vertreter der Handwerkskammern und Vertreter der Berufskollegs. In dem zweitägigen Arbeitskreis wurden von den drei Ausbildungsstandorten Berlin, Dortmund und Weiterstadt die Themen und Bewertungskriterien für die Prüfungen zum Gerüstbauer ausgearbeitet. Von allen Beteiligten wurde positiv die gute Zusammenarbeit der drei Schul- und Handwerkskammerstandorte hervorgehoben.

Als sehr interessanter Programmpunkt erwies sich die Besichtigung der Siegessäule.


Sie ist für die Sanierungsarbeiten aufwändig eingerüstet worden. Die Gerüstbaufirma und die Planer des Gerüstes erläuterten die Randbedingungen und die Lösungswege, die eine sichere Einrüstung der über 60 Meter hohen Siegessäule erst möglich machten.

Besondere Aufmereksamkeit wurde dabei den Windkräften gewidmet, da die Standfestigkeit der Säule bei falscher Auslegung des Gerüstes gefährdet gewesen wäre. Bei der anschließenden Begehung des Gerüstes konnten sich die Teilnehmer einen guten Überblick über die Gesamtkonstruktion und über Detaillösungen verschaffen.


Christoph Schophaus

Eine "Führung der besonderen Art"

Die Gerüstbauerklasse M3 ging auf Klassenfahrt Richtung Köln und besichtigte den eingerüsteten Kölner Dom - in schwindelerregender Höhe wurden bestiegen.

Es begann mit einem relativ harmlos-klingenden Vortrag: "Historischer und moderner Gerüstbau am Kölner Dom" von Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Dombaumeisterin. Ich nutzte die Gelegenheit, um das Angenehme, den Besuch Kölns und des Doms, mit dem Nützlichen, den Fachvortrag zum Gerüstbau, zu verbinden.

Nach dem Vortrag informierte ich mich bei der Dombaumeisterin, ob nicht die Möglichkeit bestünde, mit einer Schulkasse die Gerüste des Doms zu besichtigen. Nachdem ich versicherte, dass es sich bei den Schülern um gestandene Gerüstbauer handeln würde, verblüffte mich ein schlichtes "Ja". Frau Schock-Werner gab mir den Namen einer Ansprechperson samt Telefonnummer. Verwirrt fuhr ich nach Hause.

Nach mehreren Telefonaten und inhaltlicher Vorbereitung auf den Dom und auf die Ausführung eines Hängegerüstes ging es mit der Gerüstbauerklasse M3, mit Unterstützung des Kollegen Stanik, auf Klassenfahrt Richtung Köln (Bild 1). Welche Gerüste wir zu sehen bekämen, wie hoch wir kämen und wie nahe wir an die Hängegerüste des Nordturms in 135 Meter Höhe kämen, wussten wir nicht. Bei so vielen Konjunktiven will ich die Antwort einfach vorweg nehmen: die kühnsten Erwartungen wurden übertroffen.

Fast alle Teilnehmer (bis auf einen Schüler) waren zur rechten Zeit am rechten Ort: Treffen mit Herrn Schmitz, Mitarbeiter der Gerüstbauabteilung der Dombauhütte. Mit dem Aufzug ging es an der Nordseite des Langhauses auf 45 Meter Höhe. Ein beeindruckendes Raumgerüst beherrscht diesen Teil des Doms (Bild 2). Der Blick nach unten war schon jetzt fantastisch. Der Blick nach oben fast ehrfürchtig: in noch weiteren 90 Metern über uns hängen die Gerüste. Durch das Innere des Langhauses kamen wir in den Nordturm. Von hier aus ging es in einen Aufzug (jeweils vier Mann, angeordnet wie Ölsardinen) auf 135Meter. Auf etwa dieser Höhe befindet sich die zugängliche Besucherebene des Südturms. Im Inneren den Turms waren nun die Befestigungen der Hängegerüste zu bewundern: kein Dübel, keine Schraube; nur Schlaufen, Ösen und Klemmen befestigen die starken Seile, die die Tonnen an Gerüst halten, die über der Domplatte schweben.

Die letzte Leiter wurde nun auch noch genommen und wir waren dort, womit so wirklich niemand gerechnet hat: auf dem Hängegerüst in knapp 140 Meter Höhe. Schaut man hier über die Brüstung, Auslage ca. 8 Meter, so kann es durchaus zu Schluckbeschwerden und Atemnot in leichten Formen kommen. Ich hatte noch nicht mal den Eisenbahneffekt: man greift die Autos und verschiebt sie. Denn zum Greifen waren die Autos einfach zu klein (Bild 3). Weder die Schüler, noch Kollege Stanik, noch ich konnten uns angemessen auf die technischen Details und Erklärungen Herrn Schmitz´ konzentrieren (Bild 4). So blieb mir nichts übrig, als möglichst viel auf Fotos fest zu halten. Übrigens: unseren verspäteten Schüler Stefan sahen wir als Zaungast am Südturm wieder!

Irgendwann hieß es Abschied nehmen. Diesmal gingen wir allerdings die 90 Meter hinunter. Durch die Werkstätten im Bereich des Langhauses gelangten wir wieder zum Aufzug, der uns die 45 Meter auf den Boden der Tatsachen zurückholte.

Als ich eine Stunde später, auf dem Weg zum Bahnhof, nochmals am Dom vorbei kam, schaute ich nach oben und konnte es immer noch nicht so recht fassen. Mit Sicherheit ist die Höhe und Position des Gerüstes außergewöhnlich und beeindruckend. Doch was im Nachhinein stärker wirkt, ist die persönliche, kleine-"historische" Dimension. Da die Hängegerüste des Kölner Doms schon einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, kann jeder von uns Tollkühnen sagen: "Jawoll, die war ich drauf".

Volker Heinrichs

Abteilungsleitung


N. Krolle

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